Was professionelle Planungssoftware tatsächlich leisten sollte
Hüftplanung muss femorale und azetabuläre Rekonstruktion verbinden. Eine plausibel wirkende Schaftgröße ist noch kein vollständiger Plan: Pfannenzentrum, Hüftzentrum, Halslänge, Offset, Beinlänge und Beckenstellung beeinflussen sich gegenseitig.
Das Hüftmodul spiegelt langjährige praktische Erfahrung mit THA-Templating, Implantatanatomie und den Folgen von Halslänge, Offset, Pfannenzentrum und Schaftposition wider.
Fragen, die der Workflow beantworten muss
- Wo liegt das native oder geplante Hüftzentrum?
- Wie sollen Beinlänge und femorales Offset rekonstruiert werden?
- Welche Pfannen- und Schaftgrößen passen zu Knochenangebot und Position?
- Wie beeinflusst die Beckenorientierung die radiografische Pfannenbeurteilung?
- Welche Werte stammen aus dem Bild und welche benötigen operative Beurteilung?
Ein nachvollziehbarer Planungsworkflow
- 01
Beckenreferenz prüfen
Projektion, Beckenrotation und Zuverlässigkeit beidseitiger anatomischer Referenzen beurteilen.
- 02
Ausgangsgeometrie erfassen
Beinlängendifferenz, Offset und COR-Beziehungen vor dem Templating messen.
- 03
Pfanne planen
Größe, Abdeckung, Zentrum und radiografische Orientierung beurteilen.
- 04
Schaft planen
Kanalfüllung, Ausrichtung, Schulterhöhe, Halslänge und Beziehung zur Femuranatomie prüfen.
- 05
Reponiertes Konstrukt bewerten
Nach Kopf-/Halswahl und Reposition die geplante Beinlänge und das Offset kontrollieren.
- 06
Funktionellen Kontext ergänzen
Bei Bedarf Anteversion, Pelvic Tilt sowie Stehen/Sitzen in getrennten Workflows analysieren.
Nutzbare Planungsergebnisse
- Pfannen- und Schaftgrößenschätzung
- Beinlängendifferenz und geplante Änderung
- Femorales Offset und COR-Rekonstruktion
- Pfanneninklination/-anteversion
- THA-Planungsreport
Typische Qualitätsgrenzen
- Beckenrotation oder -schiefstand
- Kalibrierungsmarker weit außerhalb der Hüftebene
- Dysplasie, Deformität oder Vorimplantate benötigen zusätzliche Bildgebung
- Radiografische Orientierung mit funktioneller Orientierung gleichsetzen
- Weichteile und intraoperative Stabilität ignorieren
Häufige Fragen
Welche Parameter sind bei der THA-Planung zentral?
Beinlängendifferenz, femorales Offset, Center of Rotation, Pfannengröße und -position, Schaftgröße, Halslänge und die geplante Rekonstruktion der Hüftgeometrie.
Was bedeutet COR-Rekonstruktion?
COR steht für Center of Rotation. Bei der Rekonstruktion wird das geplante Hüftzentrum anhand anatomischer Referenzen und gegebenenfalls der Gegenseite bestimmt.
Warum ist Pelvic Tilt relevant?
Die Beckenstellung kann die funktionelle Orientierung der Pfanne zwischen Stehen und Sitzen verändern. Eine getrennte funktionelle Betrachtung kann diesen Zusammenhang sichtbar machen.
Kann die Planung eine intraoperative Kontrolle ersetzen?
Nein. Präoperative Planung ist eine Vorbereitung. Intraoperative Befunde, Stabilität, Weichteilsituation und finale Implantatentscheidung müssen chirurgisch beurteilt werden.
