OrthoMetiQ

Radiologieanleitung

Kompakte Anleitung für Radiologieteams zur korrekten Positionierung der Kalibrierungskugel bei orthopädischen Röntgenaufnahmen. Der Marker muss in der anatomischen Ebene des Zielgelenks liegen, damit digitale Skalierung, Messungen und präoperatives Templating klinisch verlässlich bleiben.

Markerposition in Rückenlage
Markerposition im Stand

Kernregeln der Positionierung

  • Kugel auf Höhe des Zielgelenks oder Zielsegments platzieren.
  • Marker vollständig sichtbar halten und nicht über relevante Knochenkonturen legen.
  • Keine abdominale, zu kraniale oder zu ventrale Markerposition verwenden, wenn diese die Gelenkebene nicht repräsentiert.
  • Knie- und Ganzbein-/Osteotomieaufnahmen möglichst im Stand durchführen.
  • Kugeldurchmesser dokumentieren und sicherstellen, dass der Marker nicht angeschnitten ist.

Hüfte

AP-Becken- und Hüftaufnahmen benötigen eine Kugelposition, die die Ebene des Hüftgelenks möglichst exakt abbildet.

AP Becken · mediale Referenz
AP Becken

AP Becken · mediale Referenz

Die Kugel auf Höhe des Trochanter major und möglichst nah am Hüftgelenk platzieren. Bei ausgeprägtem Weichteilmantel kann eine mediale Position im Strahlengang nahe der Symphyse sinnvoll sein, wenn sie die Hüftgelenksebene besser repräsentiert.

AP Becken · laterale Kugelposition
AP Becken

AP Becken · laterale Kugelposition

Für AP-Beckenaufnahmen ist eine laterale Markerposition auf Trochanter-major-Höhe geeignet, sofern die Kugel in der Hüftebene liegt und vollständig sichtbar bleibt. Entscheidend ist die Tiefenebene des Zielgelenks.

Knie

Knieaufnahmen erfordern eine Markerposition auf Höhe der realen Gelenklinie und eine korrekte Aufnahmegeometrie.

AP Knie
AP Knie

AP Knie

Bei AP-Knie- oder Teilbeinaufnahmen die Kugel direkt auf Höhe des Kniegelenkspalts positionieren. Wenn klinisch möglich, ist eine belastete Aufnahme im Stand zu bevorzugen.

Laterales Knie
LAT Knie

Laterales Knie

Für die laterale Knieaufnahme die Kugel in der Kniekehle oder auf Patellahöhe positionieren. Beide Varianten sind geeignet, wenn sie die Knieebene ohne Tiefenfehler abbilden.

Korrekturosteotomie

Ganzbeinaufnahmen für HTO und DFO verbinden belastete Achsendarstellung mit Kalibrierung auf Knieebene.

Ganzbeinaufnahme im Stand
Ganzbein AP

Ganzbeinaufnahme im Stand

Die komplette untere Extremität im Stand aufnehmen. Die Kugel zentral auf Höhe des Kniegelenks positionieren, damit Hüfte, Knie und Sprunggelenk entlang der belasteten mechanischen Achse korrekt kalibriert werden.

Fuß & Knöchel

Vorfuß- und Sprunggelenkaufnahmen benötigen eine Markerhöhe, die exakt zur anatomischen Messregion passt.

Hallux / Vorfuß AP
Vorfuß AP

Hallux / Vorfuß AP

Für Hallux-valgus-Messungen die Kugel auf Höhe der Phalangen bzw. des Vorfußes platzieren. Bei implantatbezogener Dimensionierung zusätzlich die Ebene der Metatarsalia berücksichtigen.

Sprunggelenk AP
Sprunggelenk AP

Sprunggelenk AP

Für AP-Aufnahmen des Sprunggelenks die Kugel bevorzugt auf Höhe des Talus positionieren. Steht ein Malleolus als knöcherner Orientierungspunkt im Fokus, kann dessen Ebene als Referenz dienen.

Sprunggelenk lateral
Sprunggelenk LAT

Sprunggelenk lateral

Für die laterale Aufnahme die Kugel auf Höhe des Talus und der Mittelfußachse platzieren, entsprechend der Talus-/Os-cuneiforme-II-Region.

Obere Extremitäten

Für die Schulterkalibrierung muss die Kugel die Ebene des Glenohumeralgelenks ohne ventralen oder dorsalen Tiefenfehler repräsentieren.

Schulter AP
Schulter AP

Schulter AP

Die Kugel auf Höhe des Tuberculum majus und im Strahlengang des Glenohumeralgelenks platzieren. So bleibt die Gelenkebene der Schulter korrekt repräsentiert.