Das stärkste Produkt ist nicht automatisch das mit der längsten Funktionsliste. Das richtige System unterstützt die tatsächlichen klinischen Bilder, Implantatsysteme, Anwender und Dokumentationsanforderungen zuverlässig und macht seine Grenzen sichtbar. Die folgenden Kriterien eignen sich für Demos, Tests und Beschaffungsgespräche.
Klinischer Verfahrensumfang
Alle heute und in den nächsten zwei Jahren benötigten Verfahren auflisten. Produktive Workflows klar von angekündigten Modulen oder generischen Messwerkzeugen unterscheiden.
Bild- und Kalibrierungsworkflow
Unterstützte Bildformate, Markermethoden, Fehlerbehandlung und die sichtbare Prüfung der Bildeignung vor dem Templating bewerten.
Qualität der Implantatbibliothek
Hersteller, Modelle, Komponentenbeziehungen, Updateprozess, Versionskennung und Reaktionszeit bei fehlenden Systemen prüfen. Eine große Zahl allein sagt wenig über Relevanz aus.
Verfahrensspezifische Messungen
Prüfen, ob Hüft-, Knie- und Osteotomiemessungen klinisch sinnvollen Landmarken folgen und AP-, LAT- und Ganzbeinaufnahmen sauber getrennt bleiben.
Rekonstruktionslogik
Bewerten, ob Beinlänge, Offset, COR, Achse, Resektionen und Korrekturziele unterstützt werden – nicht nur die Implantatgröße.
Bedienbarkeit im realen Alltag
Kompletten Workflow mit repräsentativen Fällen und echten Anwendern testen. Klicks, Unterbrechungen, unklare Zustände und Fehlerkorrektur beobachten.
Report und Nachvollziehbarkeit
Der Export sollte Bild, Messungen, Komponenten, Größen, relevante Screenshots, Datum und Anwender identifizieren. Ein Screenshot ohne Kontext ist kein belastbarer Planungsnachweis.
Browser-, Arbeitsplatz- und Mobilstrategie
Klären, wo das System läuft, was lokal installiert wird, wie Updates erfolgen und ob Tablet-Nutzung ein echter Workflow oder nur eine verkleinerte Desktopansicht ist.
Integration und Datenfluss
Import/Export, PACS- oder DICOM-Anforderungen, Kontoverwaltung, Dateiübertragung und Reportarchivierung prüfen. Manuelle Zwischenschritte erzeugen Datenschutz- und Übertragungsrisiken.
Sicherheit und Verantwortlichkeit
Authentifizierung, Rollen, Sitzungen, Speicherung, Löschung, Auditierbarkeit und Verantwortung zwischen Anbieter, Einrichtung und medizinischem Anwender schriftlich klären.
Regulatorik und Zweckbestimmung
Präzise Angaben zu Zweckbestimmung, Klassifizierung, regionaler Verfügbarkeit und Grenzen verlangen. Marketing darf nicht weiter reichen als der dokumentierte Produktstatus.
Support, Einführung und Gesamtkosten
Implementierung, Schulung, Implantatanfragen, Reaktionszeiten, Updates, Schnittstellen, Vertragslaufzeit und internen Administrationsaufwand einrechnen – nicht nur den Lizenzpreis.
Ein sinnvoller Testszenario
Testen Sie nicht nur einen perfekten Standardfall. Verwenden Sie einen Routinefall, einen Fall mit schwieriger Anatomie, ein Bild mit bewusster Qualitätsgrenze und ein für Ihre Abteilung wichtiges Implantatsystem. Lassen Sie zwei Anwender unabhängig planen und vergleichen Sie die Reports.
