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Auswahl- und Bewertungsleitfaden

Orthopädische Planungssoftware auswählen: 12 Prüfkriterien

Ein praxisnaher, herstellerneutraler Rahmen für Chirurgie, Radiologie, IT und Einkauf zur Bewertung digitaler Templating- und Prothesenplanungssysteme.

Aus mehr als 19 Jahren praktischer PlanungserfahrungKein bezahlter Vergleich, keine Affiliate-Links

Das stärkste Produkt ist nicht automatisch das mit der längsten Funktionsliste. Das richtige System unterstützt die tatsächlichen klinischen Bilder, Implantatsysteme, Anwender und Dokumentationsanforderungen zuverlässig und macht seine Grenzen sichtbar. Die folgenden Kriterien eignen sich für Demos, Tests und Beschaffungsgespräche.

01

Klinischer Verfahrensumfang

Alle heute und in den nächsten zwei Jahren benötigten Verfahren auflisten. Produktive Workflows klar von angekündigten Modulen oder generischen Messwerkzeugen unterscheiden.

02

Bild- und Kalibrierungsworkflow

Unterstützte Bildformate, Markermethoden, Fehlerbehandlung und die sichtbare Prüfung der Bildeignung vor dem Templating bewerten.

03

Qualität der Implantatbibliothek

Hersteller, Modelle, Komponentenbeziehungen, Updateprozess, Versionskennung und Reaktionszeit bei fehlenden Systemen prüfen. Eine große Zahl allein sagt wenig über Relevanz aus.

04

Verfahrensspezifische Messungen

Prüfen, ob Hüft-, Knie- und Osteotomiemessungen klinisch sinnvollen Landmarken folgen und AP-, LAT- und Ganzbeinaufnahmen sauber getrennt bleiben.

05

Rekonstruktionslogik

Bewerten, ob Beinlänge, Offset, COR, Achse, Resektionen und Korrekturziele unterstützt werden – nicht nur die Implantatgröße.

06

Bedienbarkeit im realen Alltag

Kompletten Workflow mit repräsentativen Fällen und echten Anwendern testen. Klicks, Unterbrechungen, unklare Zustände und Fehlerkorrektur beobachten.

07

Report und Nachvollziehbarkeit

Der Export sollte Bild, Messungen, Komponenten, Größen, relevante Screenshots, Datum und Anwender identifizieren. Ein Screenshot ohne Kontext ist kein belastbarer Planungsnachweis.

08

Browser-, Arbeitsplatz- und Mobilstrategie

Klären, wo das System läuft, was lokal installiert wird, wie Updates erfolgen und ob Tablet-Nutzung ein echter Workflow oder nur eine verkleinerte Desktopansicht ist.

09

Integration und Datenfluss

Import/Export, PACS- oder DICOM-Anforderungen, Kontoverwaltung, Dateiübertragung und Reportarchivierung prüfen. Manuelle Zwischenschritte erzeugen Datenschutz- und Übertragungsrisiken.

10

Sicherheit und Verantwortlichkeit

Authentifizierung, Rollen, Sitzungen, Speicherung, Löschung, Auditierbarkeit und Verantwortung zwischen Anbieter, Einrichtung und medizinischem Anwender schriftlich klären.

11

Regulatorik und Zweckbestimmung

Präzise Angaben zu Zweckbestimmung, Klassifizierung, regionaler Verfügbarkeit und Grenzen verlangen. Marketing darf nicht weiter reichen als der dokumentierte Produktstatus.

12

Support, Einführung und Gesamtkosten

Implementierung, Schulung, Implantatanfragen, Reaktionszeiten, Updates, Schnittstellen, Vertragslaufzeit und internen Administrationsaufwand einrechnen – nicht nur den Lizenzpreis.

Ein sinnvoller Testszenario

Testen Sie nicht nur einen perfekten Standardfall. Verwenden Sie einen Routinefall, einen Fall mit schwieriger Anatomie, ein Bild mit bewusster Qualitätsgrenze und ein für Ihre Abteilung wichtiges Implantatsystem. Lassen Sie zwei Anwender unabhängig planen und vergleichen Sie die Reports.

Autor

Bastian Pesl

Spezialist für digitale präoperative Planungsworkflows und Gründer von OrthoMetiQ.

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