Was professionelle Planungssoftware tatsächlich leisten sollte
Bei 2D-Templating stellt die Kalibrierung die Beziehung zwischen Bildpixeln und realen Millimetern her. Da Röntgenbilder Projektionsaufnahmen sind, kann ein weit vor oder hinter dem Zielknochen liegender Marker eine andere Vergrößerung aufweisen als die zu planende Anatomie.
OrthoMetiQ stellt eine verfahrensspezifische Radiologieanleitung bereit, weil zuverlässiges Templating bereits vor dem Öffnen der Planungssoftware beginnt.
Fragen, die der Workflow beantworten muss
- Ist der reale Markerdurchmesser exakt bekannt?
- Ist der Marker vollständig sichtbar und nicht überlagert?
- Liegt er möglichst nahe an der Tiefenebene des Gelenks?
- Zeigt die Projektion die benötigte Anatomie ohne vermeidbare Rotation?
- Wurde der Maßstab vor dem Templating auf Plausibilität geprüft?
Ein nachvollziehbarer Planungsworkflow
- 01
Marker auswählen
Eindeutig erkennbaren Marker mit dokumentiertem realem Durchmesser verwenden.
- 02
In Gelenkebene positionieren
Marker möglichst in der anatomischen Tiefenebene von Hüfte, Knie, Sprunggelenk oder Schulter platzieren.
- 03
Passende Projektion aufnehmen
AP-, LAT- oder belastetes Protokoll einhalten und alle erforderlichen Strukturen abbilden.
- 04
Vor Export kontrollieren
Vollständige Markerabbildung, Seitenkennzeichnung und fehlenden Beschnitt prüfen.
- 05
In Software kalibrieren
Durchmesser eingeben beziehungsweise bestätigen und Maßstab visuell plausibilisieren.
- 06
Ungeeignete Daten ablehnen
Aufnahme wiederholen, wenn Tiefenfehler, Beschnitt oder Projektion eine verlässliche Planung verhindern.
Nutzbare Planungsergebnisse
- Bekannte Markergröße
- Reproduzierbare Pixel-mm-Skalierung
- Für Templating nutzbares Bild
- Dokumentierte Aufnahmequalität
- Geringeres Risiko systematischer Größenfehler
Typische Qualitätsgrenzen
- Marker am Detektor statt in Patient-/Gelenkebene
- Marker von Anatomie oder Kleidung verdeckt
- Marker teilweise außerhalb des Bildes
- Falsch dokumentierter Durchmesser
- Kalibrierung einer Aufnahme auf eine separat erstellte Aufnahme übertragen
Häufige Fragen
Wo muss die Kalibrierungskugel liegen?
Möglichst in derselben Tiefenebene wie das zu planende Gelenk oder der relevante Knochenabschnitt. Ein großer Abstand nach ventral oder dorsal verursacht einen Magnifikationsfehler.
Welche Markergröße ist geeignet?
Die Software benötigt den exakt bekannten realen Durchmesser des sichtbaren Markers. Häufig werden 25-mm-Kugeln verwendet; entscheidend ist jedoch der tatsächlich dokumentierte Durchmesser.
Was passiert bei falsch positioniertem Marker?
Die Skalierung kann systematisch falsch sein. Dadurch werden Messwerte und prognostizierte Implantatgrößen unzuverlässig, obwohl die Überlagerung optisch korrekt wirken kann.
Kann ohne Marker geplant werden?
Nur wenn eine andere verlässliche Skalierungsinformation vorhanden und der Workflow dafür vorgesehen ist. Für klassisches 2D-Röntgentemplating ist ein korrekt platzierter Marker die sicherste Grundlage.
